Christina Kliem
Kuratorin
Werner Meschkank Kurator
Martina Noack
Kuratorin

Kuratoren

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Martina Noack

Kuratorin

Die Kuratorin betreut vorrangig die Sammlung Trachten und Textiles, die derzeit größte Sammlung von Objekten zur niedersorbischen/wendischen Tracht um Cottbus/Chóśebuz. Zu den Beständen gehören neben Trachtenteilen des niedersorbischen Trachtenterritoriums hinaus auch Belegexemplare aller anderer Trachtengebiete der heutigen Lausitz sowie seltene Trachtenteile ehemaliger wendischer Trachtenregionen.
Des Weiteren zeichnet Frau Noack für das Fotoarchiv des Museums sowie für das mit den Sammlungen einhergehende Thema Brauchtum verantwortlich.

In den Arbeitsbereich der Diplomkulturwissenschaftlerin und Sorabistin gehört neben dem zielgerichteten Ausbau und Erhalt dieser Sammlungen, auch deren wissenschaftliche Einordnung, Erforschung und Präsentation.
So trägt sie nicht nur Verantwortung für ihre Sammlungsobjekte im Depot und in der Dauerausstellung, sondern konzipiert und organisiert Ausstellungen zu verschiedensten mit den Sammlungsbereichen im Zusammenhang stehenden Themen, veröffentlicht dazu wissenschaftliche Beiträge und vermittelt das erworbene Wissen in Vorträgen und spezifischen Führungen.
Herausragende Projekte ihrer Arbeit der vergangenen Jahre sind u.a. die Ausstellungen zur Tracht des Hannoverschen Wendlandes, zur oderwendischen Tracht und zum Thema Wendische Ammen. Zu den Ausstellungsprojekten erschienen jeweils umfangreiche wissenschaftliche Publikationen.
Im Zuge der Umgestaltung des Wendischen Museums und der Neukonzipierung und Neugestaltung der Dauerausstellung wirkte Martina Noack als leitende Kuratorin. Für die 2006 erstmalig erschienene museumseigene Schriftenreihe „Sorbische Kostbarkeiten – Serbske drogotki“ arbeitet sie als Redakteurin.

Martina Nowakojc
Telefon: +49 (0) 355-4944358
E-mail: Martina.Noack@cottbus.de

– Diplomkulturwissenschaftlerin/Sorabistin
– Kuratorin – Bereiche: Trachten und Textiles, Bräuche, Fotografie

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Christina Kliem

Kuratorin

Die Kuratorin betreut die Sammlungen Bildende Kunst, Volkskunst und Alltagskultur,
die 1986 für ein neues wendische Museum gegründet wurden.
Durch Ankäufe, Schenkungen, Übernahmen und Dauerleihgaben bewahrt das Museum
Zeugnisse/Artefakte zur wendischen Kulturgeschichte, die durch die Konzentration in den genannten Sammlungen eine Grundlage für weitere, wissenschaftliche Bearbeitungen bieten. Enge Partnerschaften zu Spezialisten, u.a. im Sorbischen Institut und weiteren Institutionen, beförderten diese Arbeit im Verlauf der vergangenen 35 Jahre.
Mit Stolz können wir von einem bedeutenden Fundus zur Kulturgeschichte der Niederlausitzer Sorben/Wenden sprechen, der weiterhin systematisch qualifiziert wird.
Die Werke der Malerei, Grafik, Plastik, Drucke, Fotografie, Plakatk- und Textilkunst reichen vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart und widerspiegeln das künstlerisch-ästhetische Empfinden und die Auffassung der Kunstschaffenden zur heimatlichen Landschaft und der darin lebenden Menschen. Gegenwartskünstler widmen sich verstärkt der Veränderung der Lausitzer Landschaft und dem damit verbundenen Verlust wendischer Identität. Sie zu fördern, gehört zur Aufgabe des Museums.
Ergebnisse der Sammlungstätigkeit und Projektarbeit sind auch in sorbischer/wendischer Sprache in Vorträgen und Publikationen veröffentlicht.

Die Sammlung zur Bildenden Kunst begann mit einem umfangreichen Konvolut von Aquarellen aus dem Nachlass des Vetschauer Malers Wilhelm Schieber. Werke weiterer niedersorbischer/wendischer und obersorbischer Maler mit niederlausitzer Themen kamen hinzu, auch von namhaften Wegbereitern für eine eigenständige sorbische/wendische bildende Kunst. Kunstwerke aus wendischen Ausstellungen innerhalb des “alten” Stadtmuseums sind zum Teil integriert worden.
Durch das Einbinden der Werke in die museale Sammlung erfahren Künstlerpersönlichkeiten z.T. erstmalig gebührende Wertschätzung. Die ermittelten Geschichten zu dargestellten Personen und Situationen um den Entstehungsprozess geben zudem neue Informationen zur Kulturgeschichte allgemein. Große Aufmerksamkeit konnte das Museum auch durch Neu- und Wiederentdeckungen wendischer Künstler wie Paul und Fritz During, Carlo Noack oder Alfred Janigk erlangen.
Kunstwerke wendischer Maler mit den Themen Landschaft, Alltag und Brauchtum zeugen von innerer Sicht, die Spreewaldmalerei vermittelt den Blick von außen auf die Niedersorben.
Mit zunehmender Bekanntheit des Wendischen Museums gelangten herausragende Kunstwerke aus Privatbesitz in die Kunstsammlung und sind damit der Öffentlichkeit zugänglich.

Zur Volkskunstssammlung gehören Einzelobjekte und Konvolute Lausitzer Künstler und Laien, die oft auf mehreren Gebieten kreativ arbeiten. Sie schöpfen ihre Themen vielfach aus der ungebrochenen Brauchtumspflege und arbeiten auf Papier, mit Ton, Glas oder auf der Eierschale. Die Ostereiersammlung umfasst rund 900 traditionell verzierte Hühner-, Gänse- und Straußeneier, die zu Ostern präsentiert werden.

Der Fokus für das Sammeln von Zeugnissen zur Alltagsgeschichte liegt auf Verzierungen, Datierungen und Inschriften. Dabei sind wendische Inschriften sehr selten.
Die Keramiksammlung vermittelt einen Querschnitt verschiedenster Erzeugnisse aus Lausitzer Töpfereien.

Die Anzahl der Spreewald-Souvnirs widerspiegelt die Vermarktung des Spreewaldes als einzigartige Landschaft innerhalb Deutschlands. Dabei sind wendische Trachten ein häufig gewähltes Motiv zur Bewerbung touristisch geprägter Orte.

Christina Kliem
Telefon: +49 (0) 355-4944359
E-mail: Christina.Kliem@cottbus.de

– Diplomkulturwissenschaftlerin/Sorabistin
– Kuratorin – Bereiche: bildende Kunst, Volkskunst, Alltagskultur, Souvenirs

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Werner Meschkank

Kurator

Mein Name ist Werner Meschkank. Ich betreue als Kurator die Sammlungen Literatur/Schrifttum, Musik/Liedgut, Philatelie und Numismatik. Ergebnisse der damit verbundenen Forschung findet man in der Museumsschrift „Sorbische Kostbarkeiten / Serbske drogotki“ und speziellen Publikationen.
Die museale Sammlung zum Schrifttum dokumentiert die zu allen Zeiten beschwerliche Geschichte der niedersorbischen Schriftsprache und Literatur. Sie steht für Recherchen wie auch für Leseinteressenten bereit und wird ständig vervollständigt. Über das akut vom Aussterben bedrohte Niedersorbisch schrieb der Sprachforscher und Volkskundler Dr. Ernst Mucke (1854 – 1932): “Es wäre in der Tat zu bedauern und ein großer Verlust für die Sprachwissenschaft, wenn diese schöne und an Wohlklang dem Italienischen gleichkommende Sprache dem Untergang preisgegeben werden sollte”.
Die Musiksammlung umfasst Volksmusikinstrumente, so kleine und große sorbische Geigen, den großen und den kleinen sorbischen Dudelsack und die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ausgestorbene Tarakawa, eine Hirtenschalmei mit eigentümlichem Klang. Gesammelt werden Liederbücher, Schallplatten, CD, Musikkassetten, gedrucktes und handschriftliches Notenmaterial und Partituren, Musikgeschichtliches, Musikschulbücher, Kirchengesangbücher sowie Reprints alter Liedersammlungen. Zum Reichtum an wendischen Volksliedern schrieb 1922 der tschechische Musiker, Maler und Volkskundler Ludvík Kuba in Prag: „Bisher wurden so also etwas über 1000 sorbische Volkslieder gesammelt. Für ein Volk, das ungefähr 150.000 Menschen zählt, ist das eine großartige Zahl. Auf 150 Seelen kommt ein Lied. das heißt eine Melodie. Das ist die größte Anzahl, die unter den Völkern existiert.“
Die philatelistische Sammlung umfasst Belege zur Postgeschichte der Sorben. Die erste frankaturgültige Briefmarke mit wendischem Motiv erschien 1935 in einer Serie deutscher Volkstrachten und wurde als deutsche Spreewald-Trachtenmarke propagiert. Nach dem 2. Weltkrieg erschienen diverse Lausitzer Lokalausgaben, so 1946 in Cottbus 20 verschiedene Motive, darunter eine Spreewaldmarke sowie zwei mit Trachtendarstellungen. In der DDR gab es rund 60 Briefmarken mit Lausitzer bzw. sorbischen Motiven. In der BRD erschienen bisher rund 30 Marken, auf denen wendische bzw. Lausitzer Motive zu sehen sind. Zweisprachigkeit fand aber nur selten Beachtung. Von 1983 bis 1989 wirkte im Kulturbund der DDR ein Arbeitskreis “Postgeschichte der Sorben”, der jährlich ein 24seitiges Heft herausgab. Dort wurden neben Briefmarken mit sorbischen Motiven bzw. Lausitzer Bezug auch zweisprachige Sonderstempel, Tagestempel, Absenderfreistempel, Umbenennungen sorbischer Orte, Dokumente und Gesetze zur Nationalitätenpolitik, Aktivitäten des Arbeitskreises, Geschichtliches sowie Brauchtum der Lausitzer Sorben thematisch behandelt.
Die Numismatik unter wendischen Gesichtspunkten ist ziemliches Neuland. Wenig bekannt ist, dass wendisch „bezahlen“ (płaśiś/zapłaśiś) wörtlich „Stoff geben“ bedeutet. Davon berichtet erstmals der arabisch-jüdische Handelsreisende Ibrahim ibn Jacub al-Israeli at Tartusi, der 965/66 die elbslawischen Regionen durchquerte. Er vermerkt in seinem Reisebericht 965/66, die Slawen gebrauchen kleine Leinentücher als Zahlungsmittel. „Mit ihnen handeln sie und verrechnen sich untereinander. Davon besitzen sie ganze Truhen. Die sind ihr Vermögen, und die kostbarsten Dinge kauft man dafür, Weizen, Sklaven, Pferde, Gold, Silber und alle Dinge.“
Münzen wendischer Fürsten gab es ab dem 10./11. Jh. Ab dieser Zeit wurden auch wendische Brakteaten und sogenannte Wendenpfennige für den Handel zwischen Deutschen und Wenden geprägt. Deren kleinste monetäre Einheit „Finkenauge“ (lat. vincones) war lange Zeit den Numismatiker rätselhaft, bis durch das Wendische Museum eine plausible Erklärung als wendische Münze gegeben werden konnte, die in der Fachpresse veröffentlicht wurde.

Werner Meschkank
Telefon: +49 (0) 355-4944356
E-mail: Werner.Meschkank@cottbus.de

– Diplomjournalist
– Kurator – Bereiche: Schrifttum, Musik, Numismatik, Philatelie

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