WENDISCHES MUSEUM
[ Home  ♦  Stöbern  ... ]
Die altem wendischen Adel entstammenden herzöglichen Häuser Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz, ab 1815 großherzöglich, herrschten bis zur Füstenenteignung 1918 in Mecklenburg. 1864 stifteten die Großherzöge Friedrich Franz II. (1823 – 1883 ) und Friedrich Wilhelm (1819 – 1904 ) den Hausorden der Wendischen Krone zur „ehrenden Bezeugung Allerhöchster vorzugsweiser Anerkennung und Achtung und zur Auszeichnung besonderer Verdienste“. Sie enthalten jeweils mittig die „Wendische Krone” in Erz bzw. Gold, umgeben vom jeweilige Wahlspruch: „Per aspera ad astra” (lat.: „Durch das Rauhe zu den Sternen”) für Mecklenburg-Schwerin und „Avito viret honore” (lat.: „Grünt in uralter Ehre”) für Mecklenburg-Strelitz. Nach einer Ergänzung der Statuten 1916 wurden einigen Varianten Schwerter beigefügt. Das Wendische Museum besitzt in seiner numismatischen Sammlung vier verschiedene Stücke.
Zu den Trägern des Hausordens der Wendischen Krone zählen u.a. der deutsche Schriftssteller Theodor Fontane (1819 – 1898), der in seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg” im Gegensatz zur üblichen deutsch-literarischen Behandlung ein anteilnehmendes Bild von den wendischen Bewohnern zeichnete. Ein weiterer Ordensträger war der hohem polnischen Adel entstammende General Paul Stanislaus Eduard von Leszczynski (1830 – 1918). Er war ein engagiertes Mitglied der Niederlausitzer Gesellschaft für Anthropologie und Altertumskunde. Auf seinen Gütern Lobendorf und Repten ließ er seit 1873 umfangreiche Verschönerungsarbeiten auf seinem Rittergut vornehmen und bewahrte dabei die bis dahin mündlich tradierte wendische Legende um die Heilige Quelle „Loboschitza“. An deren Stelle wurde 2015 ein wendischer Geschichtspunkt eingerichtet.
Die Wendische Krone wurde im 19. Jh. zum identitätsstiftenden historischen Symbol des Großherzogtums Mecklenburg. Es entstand aus der Deutung eines 1823 ausgegrabenen archäologischen Fundstücks, das allerdings ursprünglich weder wendisch noch eine Krone war. Weitere kronenartige Halsringe wurden 1843 und 1849 in Mecklenburg gefunden, ein viertes Exemplar ist unbekannter Herkunft. Man interpretierte sie als „wendisch” und entwickelte daraus die „Wendische Krone” als Symbol des Adelshauses. Dies entsprach der damaligen Auffassung, nach der die prähistorische Hinterlassenschaft im Lande dem Volke der Wenden zugeschrieben wurde.
Die „Wendische Krone” wurde heraldisch stilisiert als grün emaillierter, mit einem „Smaragd” verzierter Reif mit einem turmartigen Aufbau und galt fortan als uraltes Symbol der einst in Mecklenburg herrschenden Obodriten.
 

Hausorden der
Wendischen Krone,
1864
Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen